Leros – die Ursprüngliche

 

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Das Bild zeigt den wunderschönen Hafen von Leros – Agia Marina, an dem man mit der Fähre ankommt. Selbst in der Nebensaison fährt fast täglich einmal ein Schiff der “Dodekanes Pride” die Insel an. Die Erholung setzt praktisch unmittelbar nach dem Verlassen der Fähre ein. Hat man ein Hotel oder eine Pension gebucht, wird der Wirt mit einem Schild am Hafen stehen, um den Gast “nach Hause” zu fahren. Bei uns waren das Denise und Paolo, die das  dp-Asterias in Panteli betreiben. Super nette Gastgeber, fast klinisch saubere Zimmer und ein traumhaftes Frühstück. Das alles für 28 € pro Nacht. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Gegessen haben wir fast jeden Abend in der Taverne “El Greco” direkt am Strand von Panteli – mit Einheimischen, Touristen und Seglern. Das Essen war lecker und typisch für die Gegend. Panteli ist der nächste Ort “hinter” dem Fährhafen Agia Marina, zu Fuß erreicht man den Hafen in etwa 15 Minuten – allerdings sind dabei jede Menge Stufen zu nehmen. Was hat die Insel zu bieten? Um ehrlich zu sein: nichts Spektakuläres – die schönsten Eindrücke bekommt ihr auf  unserer Bildergalerie. Wie eigentlich alle kleinen Inseln der Dodekanes sind diese eher was zum Faulenzen, Schwimmen, Wandern und vor allen Dingen: Einfach mal das Leben durch NICHTSTUN vorbeiziehen lassen. Wir haben unsere Seele in einem der vielen Cafes im Ort baumeln lassen, die unglaublich leckeren Süßspeisen im Cafe in Panteli genossen und sind je nach Lust und Laune auf der Insel herumgewandert.

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Ein Auto lohnt sich auf jeden Fall für ein paar Tage, die Insel ist dann doch zu groß, um alleine zu Fuß erwandert zu werden und die Busse verkehren nur morgens und abends je ein Mal. Ein besonderer Tip: Der Ort Blefoutis ganz im Norden der Insel. Dort gibt es so gut wie keine Touristen, die Badenden sind fast ausschließlich Einheimische. Das Wasser ist atemberaubend türkis und fällt sehr seicht ins Meer ab – perfekt für Familien! Im Ort selber gibt es nur ein einziges Restaurant, das ein wenig an die Jugendherbergen aus den 70er Jahren erinnert und einen riesigen Saal besitzt. Die wenigen Badegäste werden draußen im Garten bewirtet. Die Anfahrt von Agia Marina aus dauert etwa 30 Minuten, man sollte sich durch die etwas öde Landschaft rund um den Flughafen nicht abhalten lassen – die Bucht von Blefoutis ist wirklich wunderschön.

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Was gibt es sonst noch über die Insel zu sagen? Erwähnenswert ist vielleicht noch der größte Ort der Insel: Lakki. Als wir dort ankamen, wusste ich nicht so recht, was ich von dem Ort halten sollte. Diese unerwartete Mischung aus “Miami Vice” – und einer faschisstischen 2.Weltkriegsarchitektur fand ich erstmal befremdlich. Ich habe dann mal google befragt und tatsächlich: Lakki hat den einzigen natürlichen Tiefwasserhafen, der auch für größere Militärschiffe geeignet ist. Während der italienischen Besatzungszeit hat Moussolini aus dem ehemaligen Fischerdorf eine Stadt für 30.000 Menschen auf dem Reißbrett entworfen und wollte hier den größten Flottenstützpunkt der italienischen Marine im östlichen Mittelmeer einrichten. Viele Gebäude sind heute noch erhalten und werden auch genutzt. Beim Besuch des Kinos macht man eine Zeitreise in die 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Fazit für mich: Interessanter Ort, den man so weder auf so einer verschlafenen Insel wie Leros erwartet und noch mit dieser eher amerikanisch anmutenden Architektur.

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Die landschaftlichen Highlights waren für mich der östliche Küstenabschnitt zwischen Panteli, Kastro und Agia Marina. Wenn man hier entlang spaziert, hat man den Eindruck man befindet sich auf eine Insel in Irland.

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Auf dem Weg liegen die Windmühlen, die zum Zeitpunkt unseren Aufenthalts gerade zu einem Hotel umgebaut wurden. Die Lage ist wunderschön aber auch recht einsam,  die Übernachtung in einer Windmühle hat aber sicher  seinen Reiz. Die nächsten Ortschaften Panteli und Agia Marina sind schon ein paar Kilometer und einige Höhenmeter 😉 entfernt. Ein Leihwagen wäre da wohl für die ganze Zeit des Aufenthalts empfehlenswert.

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