Zanzibar – arme exotische Schönheit im indischen Ozean

Reisen bedeutet für uns neue Eindrücke sammeln, lernen wie andere Menschen leben. Das kann einen schon weit aus der Komfortzone holen, wie zum Beispiel Indien. Nach einem sehr ereignisreichen Jahr sollten die Eindrücke diesmal eher sanft daher kommen – bloß kein Stress! 

 

Andreas entdeckte Zanzibar als Reiseziel – die kleine Insel vor der ostafrikanischen Küste. Wir vebanden damit – wie wahrscheinlich die meisten – nur positive Assoziationen: Gewürze, tropische Natur, Sindbad der Seefahrer, Traumstrände und den Geburtsort von Freddy Mercury. Um es vorweg zu nehmen: die Realität hat meine Vorstellungen übertroffen. Zanzibar ist wunderschön und liefert jede Menge Traummotive für die heimische Fotowand. Zudem (noch) wenige Touristen – wir waren bis kurz vor Weihnachten dort, um die Feiertage stieg der Touristenstrom deutlich an. Dann ist hier Hochsaison – meist von Touristen, die Zanzibar in Kombination mit einer Tanzania-Rundreise verbinden. Das haben wir nicht gemacht – wie haben 10 Tage Zanzibar pur genossen, die meiste Zeit in Stonetown und ein paar Tage in einem Ressort in Nungwi.

Stone Town – die Hauptstadt mit Lebensmittelpunkt am Strand

In Stonetown haben wir direkt in den engen Gassen der Altstadt gewohnt.

Zum Stadtstrand war es nicht weit, dort spielte sich das eigentliche Leben ab. Kurz vor Sonnenuntergang war der Strand proppenvoll – die magische Stunde begann: Familien entspannen sich im weißen Sand, Kinder tollen im Wasser herum

und es gibt einen Snack vom Grill, dazu einen Saft aus frisch gepresstem Zuckerrohr. Hier wurde schon kulinarisch sichtbar, dass Zanzibar über die Jahrhunderte unter dem Einfluß vieler Kulturen stand – beim Essen definitiv arabisch und indisch. Die Luft war gefüllt mit Düften von Nelken, Karadamom und Curry. 

Das Herumschlendern hier war schon ein Erlebnis – einfach eintauchen in eine fremde Welt. Das Beste waren jedoch die Wasserspringer, die von der Strandpromenade mit virtuosen Schrauben und Salti ins Wasser sprangen. 

Jeden Abend am Wochenende versammelte sich ein Anzahl an Zuschauern, die den Artisten (so kann man sie ohne Übertreibung bezeichnen) zuschauten.

Auch hier waren Fremde die Ausnahme, was mich einigermaßen überrascht hat bei der Strahlkraft des Namens Zanzibar.  Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, ist Zanzibar stark muslimisch geprägt. Uns wurde erzählt, dass hier eine eher moderate Form des Islam gelebt wird, Frauen im Niqab waren die Ausnahme. Um Befürchtungen vorweg zu nehmen: Stonetown ist sehr sicher – wir haben uns auch abends in den Gassen nie unwohl gefühlt. Die allgemeinen Sicherheitsregeln sollte man natürlich beachten – dazu zählt vor allen Dingen, sich nicht von Fremden anquatschen zu lassen und zu irgendwelchen Dienstleistungen als Fahrer oder Guide überreden zu lassen.

Die fünf Tage in Stone Town sind wie im Flug vergangen – das Bummeln durch die Gassen der Altstadt, wo man entweder im Puzzle oder im Zanzibar Coffee House überragenden Kaffee wie in Italien genießen kann. 

Auch tagsüber bot der Strand immer etwas zum Schauen – hier eine Gruppe junger Männer, die eine Tanznummer einstudierten.

Neben den schönen Bildern hat Zanzibar auch seine Schattenseiten – die Armut. JEDER (!) der sich das Flugticket nach Zanzibar leisten kann, ist reich im Vergleich zu den meisten Einheimischen. Stone Town hat seinen Namen, weil es bis heute eher die Ausnahme als die Regel ist, in einem Haus aus Stein zu wohnen. Sobald man die Stadt verlässt, sieht man viele Dörfer, in denen die Menschen in sehr einfachen Wellblechhütten leben. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle, er wächst seit Jahren stetig. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Einheimische daran partizipieren.

 

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